Wie dein “altes” Selbst dich gefangen hält - und wie du deine alten Muster durchbrichst
- Steven Solbach

- 17. Sept. 2024
- 7 Min. Lesezeit

Du möchtest dein Leben verändern - Großartig!
Anfangs bist du super motiviert, malst dir eine neue Realität aus, kreierst eine neue Version deiner Selbst in deinem Geiste.
Aber nach den ersten beflügelt-magischen Schritten beginnt dich die Vergangenheit einzuholen - Jedes Mal das Selbe...
Es ist, als würdest du zurück gezogen in dein altes Selbst, deine alte Realität.
Langsam, aber stetig werden deine neuen Ansätze untergraben und mit jedem Tag schleichen sich mehr deiner alten nicht-dienlichen Gewohnheiten wieder ein.
Ehe du dich versiehst stehst du genau dort, wo du deine Reise begonnen hast und fragst dich, was passiert ist.
Ich zeige dir heute was dort passiert, wie es passiert, warum es passiert und wie du dieses Muster auflösen kannst.
Deine Gedanken sind lebendiger, als du denkst
Nicht nur wiederholtes Verhalten bildet Gewohnheiten - das Selbe passiert auch mit unseren Gedanken.
Bewusstsein hat eine Tendenz dazu, die selben Wege erneut zu gehen.
Da unsere Energie begrenzt ist, muss es, um sich weiterzuentwickeln, energieeffiziente Wege finden und diese im besten Fall gedankenlos wiederholen können.
Positive Gewohnheiten (Gedanken- und Verhaltensmuster) sind großartig für uns.
Finden wir eine Lösung für ein Problem, nutzen wir diese Lösung so oft wir können - bis wir damit keinen Erfolg mehr haben und eine neue brauchen.
Du kannst es dir so vorstellen:
Jedes Mal, wenn du den selben Gedanken denkst, fällt ein kleiner Stein auf den Boden
Mit vielen vielen Wiederholungen wird aus dem Haufen von kleinen Steinen ein ganzer Berg
Die Gedanken, die du am häufigsten denkst prägen deine geistige Berglandschaft
So entstehen Gedankenmuster.
Gedankenmuster sind nichts anderes, als gewohntes Denken.
Und mit der Zeit entwickeln diese Gedankenberge ein Eigenleben.
Es ist wie, wenn du beginnst über ein neues Thema zu lernen - zu Anfang nimmst du ganz viele gestückelte Informationen in deinen Geist auf, aber mit der Zeit fangen sie an, sich zu verbinden.
Dann bist du plötzlich dazu fähig deine eigenen kreativen Gedanken in dem Thema zu kreieren und die bestehenden Bruchstücke miteinander zu verweben.
Diese Berge und wie sie miteinander vernetzt sind bilden dann deine Identität.
Deine Identität ist, was du glaubst, wer du bist und wie du in Relation zu der Welt stehst, die du bewohnst.
Eine Kombination aus deinem Selbstbild (Wer oder was du bist) in Beziehung mit deinem Weltbild (Was die Welt ist).
Wie sich deine Identität dann in der Welt ausdrückt und mit der Welt interagiert ist deine Persönlichkeit.
Eine kleine Notiz am Rande:
Du kannst mit deiner Identität niemals richtig liegen.
Es gibt immer ein großes Maß an Unvollständigkeit und Verzerrung in deinem Selbst- und Weltbild. Selbst wenn ich etwas sage wie "Ich bin Teil des Universums" - was faktisch unmöglich falsch sein kann - hab ich dabei immer noch keine Ahnung, was das Universum tatsächlich ist. Mein Bild vom Universum ist unvollständig und hoch wahrscheinlich auch stark verzerrt. Also nimm dich und andere nicht so ernst - niemand weiß wirklich, wer er ist oder was die Welt ist. Es ist lustig, wie viel ich lernen musste um zu erkennen, wie wenig ich tatsächlich weiß.
Deine Persönlichkeit ist eine Antwort auf die Welt, in der sie gebildet wurde
Deine Persönlichkeit (Wie du dein Selbst / deine Identität in der Welt ausdrückst) ist der Versuch deines Geistes, ein Selbst zu entwickeln, dass mit den Anforderungen deiner Umgebung gut zurecht kommt.
Wie war dein persönliches Erleben in deinem Familienumfeld?
Wie war es in der Schule? Im Freundeskreis? Oder später im Arbeitsleben?
Deine Persönlichkeit ist die Antwort auf die Umgebung in der sie gebildet wurde.
Sie verbindet das “wie du bist” mit dem, was die Umgebung von dir fragt - findet mit ihrer Intelligenz deinen ganz individuellen Weg des Mensch-seins.
Du hast tatsächlich nicht nur eine Persönlichkeit, sondern für jede Umgebung eine andere entwickelt.
Das merkst du daran, dass du in einem Umfeld ganz anders auftrittst, als in einem anderen - oder es zumindest als Kind getan hast.
Diese vielen Persönlichkeiten nennt man in der Psychologie “Teilpersönlichkeiten”.
Dein altes Selbst ist eines dieser Teilpersönlichkeiten. Und nicht nur irgendeine, sondern die, die bis vor kurzem noch das Sagen hatte.
Sein Denken, Fühlen und Handeln ist ausgerichtet an der Realität in der es geschaffen wurde - und in dieser alten Realität möchte es dich auch behalten.
Also was passiert nun, wenn du dein Leben verändern möchtest?
Du siehst eine neue Möglichkeit für dich und stellst dir eine neue Realität vor.
Diese Realität bedarf, um real zu werden, eine neue Version von dir, ein Selbst, dass auf die Anforderungen der neuen Umgebung angepasst ist.
Mit dem Denken in diese Richtung fallen die ersten Steine auf den Boden und wenn du beständig dran bleibst - neue Informationen und Erfahrungen in dein Leben ziehst, die mit deiner gewünschte Realität im Einklang sind, dann bildet langsam ein neuer Berg.
Wenn da nicht noch die alten Berge wären, die immer lauter nach dir rufen, je weiter du dich von ihnen entfernst.
Dein altes Selbst war bis vor kurzem noch der größte und einflussreichste aller Berge in deinem System.
Deine neue Lebensausrichtung ist für dein altes Selbst eine Bedrohung.
Es hat Systeme entwickelt, die für dich sorgen.
Lösungen, die in deiner alten Umgebung gut für dich waren.
Dass seine alten Wege zu fühlen, denken und handeln in der neuen Umgebung nicht mehr dienlich sind versteht es nicht.
Aus der Perspektive deines alten Selbst ist das Neue, dass du machst unsicher, gefährlich, naiv…
Viel besser wäre es doch dafür zu sorgen, dass alles so bleibt, wie es ist.
Es war doch gut, oder?
Und selbst, wenn es nicht gut war - Der Teufel, den man kennt ist besser als den Teufel, den man nicht kennt. Stimmt doch, oder?
Dein altes Selbst projiziert seine Angst auf dich. Es sagt nicht "Ich (deine Teilpersönlichkeit, deine Identität) bin in Gefahr" - sondern Du, das wahre Selbst bist in Gefahr.
Doch Veränderung kann dem wahren Selbst nichts anhaben.
Du existierst weiter, selbst wenn sich dein Selbst- und Weltbild völlig auf den Kopf stellt.
Für das falsche Selbst - die Identifikation mit deinen Gedanken, ist es ein Endpunkt und gleichzeitig der Eintritt in eine neue, unbekannte Welt.
Was sind Teilpersönlichkeiten?
Teilpersönlichkeiten haben uns in der Vergangenheit geholfen, schwierige Situationen zu meistern.
Ihre Funktion ist Schutz und Bewältigung.
Sie entwickeln Mechanismen, um Schmerz, Angst oder Ablehnung zu vermeiden.
Auch wenn diese Strategien heute vielleicht nicht mehr nützlich sind, waren sie ursprünglich hilfreich.
Und auch, wenn sie “veraltet” sind, können wir sie für unsere Entwicklung nutzen.
Unsere Teilpersönlichkeiten bewahren wertvolle Informationen über unsere Bedürfnisse, Wünsche und Ängste und geben uns Einblicke in unbewusste Muster, die wir noch erkennen und transformieren dürfen.
Wir lösen die Herausforderung, indem wir unsere Teilpersönlichkeiten erkennen und akzeptieren, mit ihnen kommunizieren und sie in unsere Gesamtpersönlichkeit integrieren.
Dies geschieht durch Achtsamkeit, psychologische Innenarbeit und Selbstreflexion.
Anstatt sie zu verdrängen oder zu bekämpfen, lernen wir, sie zu verstehen und ihren positiven Beitrag wertzuschätzen, um innerlich vollständiger zu werden.
Zum Einstieg ins Thema empfehle ich das Buch von Artho Stefan Wittemann "Die Intelligenz der Psyche".
Du weißt nun also, wenn du dich zurück in deine alten Muster gezogen fühlst, dass es deine alten Teilpersönlichkeiten sind, die in der Realität bleiben wollen, in der und für die sie geschaffen wurden.
So hält dich dein altes Selbst in deiner alten Realität gefangen:
Das sind die Strategien, mit denen dein altes Selbst dich in deiner alten Realität gefangen hält:
1. Emotionale Trigger auslösen:
Teilpersönlichkeiten reaktivieren alte Gefühle wie Angst, Wut oder Schuld, um dich in alten Verhaltensmustern zu halten. Diese starken Emotionen ziehen dich in die vertraute, aber ungesunde Realität zurück.
2. Selbstsabotage:
Sie lassen dich unbewusst sabotierende Entscheidungen treffen, z.B. indem du wichtige Dinge ignorierst, aufschiebst oder dich vor Verantwortung drückst. Du bleibst in der Komfortzone und verhinderst deinen Fortschritt.
3. Negative Selbstgespräche:
Innere Kritik wie „Du kannst / schaffst das nicht“ untergräbt dein Selbstwertgefühl und lässt dich an deinen Fähigkeiten zweifeln. Das hält dich in alten Mustern fest, anstatt dich voranzutreiben.
4. Projektionen:
Teilpersönlichkeiten projizieren frühere Ängste oder Enttäuschungen auf neue Situationen. Du erwartest in neuen Beziehungen oder Projekten, dass sie Vergangenheit sich wiederholen wird, was zu Misstrauen oder unnötigen Konflikten führt.
5. Angst vor Veränderung:
Teilpersönlichkeiten haben Angst vor dem Unbekannten und projizieren diese auf dich. Sie versuchen, dich in der alten Realität zu halten, indem sie dir ein Gefühl von Unsicherheit und Furcht vor dem Neuen vermitteln.
6. Perfektionismus und übermäßige Selbstkontrolle:
Sie fordern, dass alles perfekt sein muss, bevor du eine Veränderung wagst. Dadurch verzögerst du deine Schritte in die neue Realität, weil du dich nie „bereit genug“ fühlst.
Wie löst man diese Sabotage-Mechanismen auf?
Achtsamkeit: Sei dir bewusst, wann diese alten Muster auftauchen, und erkenne sie als Strategien der Teilpersönlichkeiten.
Selbstreflexion: Analysiere die zugrunde liegenden Ängste und Bedürfnisse deiner Teilpersönlichkeiten und finde heraus, welche Rolle sie spielen.
Integration: Arbeite aktiv daran, diese Teilpersönlichkeiten zu integrieren, indem du ihnen bewusst Raum gibst, sie verstehst und ihre alten Rollen neu definierst.
Neue Denkweisen üben: Entwickle neue Verhaltensweisen und Gedankenmuster, die deine gewünschte Realität unterstützen.
Die Lösung lässt sich ganz leicht veranschaulichen:
Wenn eine Katze eine Maus jagt und die Maus jedes Mal auf die selbe Art und Weise reagiert - mit panischer Flucht, dann wird sie egal wie oft sie davon läuft nichts dazu lernen.
Sie ist in einem reaktiven Muster gefangen und genau das machen deine alten Teilpersönlichkeiten mit dir.
Wenn du auf die selbe Art reagierst, wie in deiner Vergangenheit, dann erhalten sie ihre Relevanz in deinem System und können ihre Aufgabe, für die sie geschaffen wurden, weiter erfüllen.
Aber was, wenn die Maus, nachdem sie entkommen ist, beginnt zu reflektieren?
Wo war ich, als die Katze mich gefunden hat?
Wann war das? Zu welcher Tageszeit ist die Katze draußen und wann nicht?
Was hat dazu geführt, dass sie mich gesehen oder gehört hat?
Was kann ich besser machen?
So würde die Maus mit der Zeit immer besser werden und müsste sich immer weniger vor der Katze fürchten, weil sie die Strategie und die Muster der Katze versteht.
So gibt es auch nur eine Lösung, dein altes Selbst zu überwinden: Es zu verstehen.
Dein Weg in die Freiheit
Es gibt einen Weg zwischen deinem alten Selbst und deinem neuen Selbst.
Das Ziel ist das neue Selbst und die Realität in der du leben möchtest.
Es ist ganz normal, dass der Weg nicht klar ersichtlich ist, oder dich zu überfordern scheint.
Dafür setzen wir realistisch machbare Zwischenziele.
Was ist ein Schritt in die richtige Richtung, der für dich machbar ist?
Und nach diesem Schritt machst du den nächsten, bis zu am Ziel angekommen bist.
Sollte es Blockaden geben, die du alleine nicht bewältigt bekommst, nimmst du Hilfe von außen in Anspruch.
Auf diese Weise kannst du nicht verlieren: Wer dran bleibt und bereit ist, auf seinem Weg zu lernen - der muss langfristig gewinnen.
Wenn du bereit bist - hier sind zwei Wege, wie ich dir helfen kann:
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Kreiere ein neues Selbst, dass das alte Selbst verstehen und lieben kann. <3






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